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Taubheit beim Australian Cattledog

6. March 2012

©        Doris Duewel / Komi, Finland / December 2009

photo              by Tuulia Heikkinen / kennel Windwarriors

Die Taubheit bei Australian Cattle Dog geht auf das Dalmatiner Erbe, also        auf die weisse Farbe zurueck.
Wissenschaftlich heisst der Begriff “Congenitale Taubheit” und        nachgewiesen wird es mit dem BAER Test, einer objektiven Diagnose der Taubheit,        die sich auf den”brain stem auditory evoked response” (BAER) Test        stuetzt, Dabei werden elektrische Aktivitäten als Antwort auf eine        Stimulanz mit Nadel-Elektroden und einem speziellen Computer auf der Kopfhaut gemessen.
Die Untersuchung mittels eines elektrisch diagnostischen Tests wird bei        speziell ausgebildeten Tierärzten durchgefuehrt.
Das Ergebnis ist heute in vielen Zuchtordnungen, aber nicht in allen, verankert        und gilt als wichtige Vorentscheidung ueber die Zuchtfähigkeit eines        Hundes

Unausrottbar – aber doch beeinflussbar

Diese Form der Taubheit vererbt sich rezessiv (verdeckt), was in der Praxis        bedeutet, sie ist unausrottbar. Aber Zuechter können bei ihrer Auswahl        der Zuchtpartner das Problem in seiner Häufigkeit beeinflussen.
Es leuchtet jedem ein, dass je weniger mit uni- oder bilateralen Hunden        gezuechtet wird, umso geringer
ihr Anteil in der Zucht. Doch das gilt nur, wenn BAER Tests bei allen Zuchttieren        Auskunft ueber ihr Hörvermögen geben. In Ländern, in denen        dies nicht vorgeschrieben ist vor Zuchtverwendung, ist es oftmals schwierig        fuer einen Zuechter in der Wurfkiste eine einseitige Schwerhörigkeit        zu erkennen. So wird in Unkenntnis mit manch einem unilateralen Hund gezuechtet.        Allerdings lassen die meisten Zuechter den BAER Test inzwischen vornehmen,        auch wenn in seinem Land/Kontinent keine Zuchtordnung ihn vorschreibt.
In älteren ACD Generationen in Australien beispielsweise wurde ein        Hund nach seiner Eignung als Huetehund beurteilt. Diese Selektion zeigt        noch heute, wie vorteilhaft es fuer die Rasse war.
Unsere Hunde haben ein ausgezeichnetes Riechvermögen, das ihnen alle        Ueberlebensmöglichkeiten garantiert. Das 100%ige Hörvermögen,        war da eher zweitrangig. Hunde sind Rudeltiere und richten ihr Verhalten        nach dem anderer Rudelmitglieder aus.
Also ist eine Selektion am Ende gar nicht nötig? Leider doch, denn        so wie ein Hund einseitige Taubheit vererben kann, kann er im selben Wurf        auch beidseitige Taubheit vererben. Eine Veranlagung, die genetisch nicht        festgelegt ist. Auch nicht vererbt, wird eine geschlechtsspezifische Taubheit.        Ob Ruede oder Huedin spielt fuer die Ausprägung der Krankheit keine        Rolle. Es kann beide treffen.
Hunde mit einseitigem Hörvermögen sind imstande alles das zu lernen,        was ein beidseitig hörender Hund auch kann. Er wird durch seine einseitige        Taubheit nicht behindert.
Es gibt keinen Grund sie einzuschläfern – wohl aber einen Grund sie        nicht zu vermehren, also in der Zucht einzusetzen.
Ein Problem besteht allerdings. Beim ACD sind einer Statistik zufolge 12,2%        einseitig und 2,4% beidseitig taub. Nähme man sie alle aus der Zucht,        nähme man gleichzeitig auch anderweitig wichtige Merkmale aus der Zucht.        Der Genpool verringert sich damit erheblich. Die Vielfalt aller Eigenschaften        und Merkmale wuerde weiter verringert.

Ein tauber Welpe – was nun?

Wie verhält es sich nun mit beidseitig tauben Welpen? Sie schlafen        wesentlich mehr und tiefer als ihre hörenden Geschwister, verfuegen        ueber eine beachtliche Wesensfestigkeit. Warum sollte der Mensch das nicht        fuer sich nutzen? Ich kenne Hunde, hörend oder auch nicht ist mir nicht        bekannt, die auf Handzeichen ausgebildet wurden, weil um ihr Trainingsgelände        inzwischen Hochhäuser standen, wo frueher freies Feld war. Alle Hunde        und Besitzer haben begeistert mitgemacht. Es muessen also Kommandos nicht        immer mehr oder minder laut gebruellt werden.
Natuerlich muss man immer in Sicht- oder Riechweite seines tauben Hundes        bleiben, aber die Verbindung zum Freund Hund ist darum umso enger. Eine        beglueckende Belohnung, mit der wir uns selber beschenken und die der Hund        seinem Menschen ganz umsonst schenkt.
Wer sensibel genug ist, um sich auf einen tauben Hund einzulassen, wird        reich belohnt durch dessen Zuneigung. Es besteht kein Grund diese liebenswerten        Welpen einzuschläfern!
copyright        © Doris Duewel, alle Rechte        vorbehalten / webmaster : Doris

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From → DEUTSCH

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